Rubrik: Methoden
11/2010 Jungs wollen gewinnen - warum Jungs so sind, wie sie sind
Datum
12.–14.10.2010
Ort
Evang. Landvolkshochschule Pappenheim
Stadtparkstr. 2-9 a
91788 Pappenheim
Tel 09143 604 14
Fax 09143 604 64
.
ReferentInnen
Braun, August, pro familia, Kempten
Diplom-Sozialpädagoge (FH), Sexualpädagoge, Jungenarbeiter, Internetberater, Mitarbeiter bei der pro familia Kempten und freiberuflicher Jungenarbeiter
Was wir über Jungs wissen sollten
Viele Jungs finden sich in den pädagogischen Einrichtungen der Jugendhilfe nur schwer zu-recht, stören oft und „funktionieren nicht reibungslos“. Die Gründe dafür sind eigentlich offensichtlich: Oft ist die Lebens- und Aktionswelt der Jungs von geschlechtsspezifischen Herausforderungen umgeben, die es tatkräftig zu erobern und zu erforschen gilt. Dies zu berücksichtigen ist eine Aufgabe für die Menschen, die mit Jungen arbeiten. Nicht selten wird aber von den Jungs erwartet, dass sie ruhig zuhören, nicht herumzappeln, stillsitzen, in Ruhe mitarbeiten und sich konzentriert auf den Hilfeprozess einlassen. Dies ist genau das Gegenteil dessen, wozu der Körper und die Psyche der Jungen drängen.
Jungs sind von sozial auffälligen Verhalten offensichtlich öfter betroffen als Mädchen. Man könnte sagen, dass Jungs vielen Gefahren auf den Weg hin zu einem gelingenden Mannsein ausgesetzt sind. Sind einmal destruktive Wege eingefahren, fällt es Ihnen oft sehr schwer, diese wieder zu verlassen. Oft kommen sie durch negative Lernerfahrungen in diese Situation. Scheinbar wirken diese Erfahrungen in ihrem Gehirn lang nach und es benötigt eine intensive Beziehungsarbeit, viel Ressourcenorientierung und persönlichen Einsatz der Erwachsenen, um sie wieder zu motivieren und in den „Fluss“ zu bringen.
Ziele/Inhalte
Eine Pädagogik, die nicht mit einem defizitären Ansatz Jungenarbeit betreiben will, braucht pädagogische Visionen. Sie braucht eine Dimension der Zielsetzungen, die auf einer gelingenden Männlichkeit fußt. Die Fortbildung
„Jungs wollen gewinnen – warum Jungs so sind, wie sie sind“ gibt einen Einblick in die Theorien der Jungenarbeit. Mit dem Blickwinkel auf den Jungen, auf den ersten Sozialkreisdes Jungen, auf dessen Lebenslage und auf die Multiplikatoren und Fachkräfte, die ihm professionell zur Seite stehen, werden die Standards und Methoden einer praktischen Jungenarbeit vermittelt. Die Fortbildung will Männer und Frauen in pädagogischen Berufen einen erweiterten Blick auf die Jungenarbeit geben und die Gelegenheit geben, Erfahrungen aus der Praxis zu reflektieren. Folgende Themenfelder kommen zum Tragen:
- Die psychosexuelle Entwicklung der Jungen
- Verschiedene Ansätze der Jungenarbeit
- Genderansatz und Kompetenzen, nach Dr. Reinhard Winter
- Reflektion – Selbstwahrnehmung
- Die geschlechtshomogene Gruppe
- Die Kraft der Interventionen – Jungenarbeit konsequent
- Der Praxisbezug, Jungenarbeit in der Jugendhilfe, „Realität trifft Theorie“
Methoden
Inputreferate zur Theorievermittlung, Rollenspiele, themenzentrierte Selbstreflexion, Powerpoint-Präsentation, Moderation, Diskussion, Gruppenarbeit, gruppenpädagogische Übungen
Zielgruppe
Multiplikatoren und Fachkräfte aus den Arbeitsfeldern der Erziehungshilfe
Teilnehmer/innen
maximal 16 Personen
Teilnahmekosten
310 € inkl. Unterkunft und Verpflegung
295 € inkl. Unterkunft und Verpflegung ermäßigt für Mitglieder des EEV
Teilnahmebedingungen
Für dieses Seminar gelten die Teilnahmebedingungen des Evang. Erziehungsverbandes in Bayern e. V. (EEV).
Information
Tel 0911 9354-284 Hannelore Silbermann
Fax 0911 9354-299 Geschäftsstelle des EEV

